Montag, 24. August 2026
„Die Ehe ist ein Segen, ein Glück für Frau und Mann“
Über 600 Paare feierten im Speyerer Dom ihr Ehejubiläum
Speyer. Unter dem Leitwort „Liebe miteinander leben“ feierten am Wochenende über 600 Ehepaare aus dem Bistum Speyer ihr Ehejubiläum. Die zwei Gottesdienste im Speyerer Dom wurden von Weihbischof em. Otto Georgens zelebriert. Er freute sich über die vielen Paare, die in den Dom gekommen waren, denn Ehejubiläen „sind Anlass für Freude und Dankbarkeit“. Sie zeigen: „Wirkliche Liebe erweist sich als verlässlich. Sie ist keine Schwärmerei, sondern für ein Leben, das ‚all inklusive‘ miteinander geteilt wird.“
Eheleute aus der gesamten Diözese nahmen teil, um die silberne, goldene, diamantene Hochzeit oder ein anderes Jubiläum zu feiern. Die meisten der Jubelpaare, nämlich 183, feierten in diesem Jahr ihre Goldene Hochzeit. 53 Paare blicken auf 55 Jahre, 101 Paare auf 60 und 43 Paare auf 65 gemeinsame Jahre zurück. Drei Paare feierten sogar ihre Platin-Hochzeit – und damit den 70. Jahrestag ihrer Hochzeit. In diesem Jahr nahmen nicht nur Paare aus dem Bistumsgebiet, sondern auch aus dem Saarland, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und sogar Frankreich an der Feier teil.
Seine Predigt stellte Weihbischof em. Georgens unter einen Spruch, den er vor einigen Jahren gelesen habe: „Die Ehe ist ein Übel, ein bittersüßes Joch. Sie gleicht fürwahr der Zwiebel, man weint und isst sie doch.“ Aus seiner Sicht bedürfe es hier einer Ergänzung, der Spruch könne nicht allein so stehen bleiben: „Die Ehe ist ein Segen, ein Glück für Frau und Mann. Und zwar der Liebe wegen, weil sie in Gottes Plan. Die Liebe muss man leben, beständig Jahr um Jahr. Nicht nur im Himmel schweben, kein Zweifel, das ist wahr.“
Georgens betonte: „Wir leben in einer Zeit der großen Verunsicherungen. Menschen sind gereizt, nervlich angespannt, schnell zu aggressiven Reaktionen bereit.“ Noch nie habe es so viel Gewalt im häuslichen Umfeld, in Ehen und Partnerschaften gegeben. Was bedeute es da noch, wenn Brautleute vor Gott und der Kirche den Bund der Ehe schließen? „Gott ist die Mitte einer christlichen Ehe. Die Gegenwart Jesu ist die entscheidende Quelle für Trost, Versöhnung, Einheit und die immer wieder notwendige Entscheidung füreinander“, so der Weihbischof em. Zu einer christlichen Ehe gehöre das erprobte und durch Krisen geläuterte Vertrauen, „miteinander eine Vielzahl von Belastungen schon gemeistert zu haben, mit dem Willen, dies auch in Zukunft so zu tun“.
Am Ende der Gottesdienste erneuerten die Paare ihr Eheversprechen. Sie sprachen zunächst ein Gebet und sagten dann einander die Worte, die sie bei ihrer Eheschließung zum ersten Mal gesprochen hatten. Die Feiern endeten jeweils mit der Einzelsegnung der Ehepaare durch Weihbischof em. Georgens sowie weitere Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Musikalisch gestaltet wurden die Messen an beiden Tagen von Domorganist Bastian Fuchs an der Orgel sowie den Kantoren Frederic Beaupoil (Gottesdienst am Samstag) und Joachim Weller (Gottesdienst am Sonntag).
Im Anschluss an die Einzelsegnungen wurden alle Ehepaare zu einer Begegnung in den Domgarten eingeladen und beendeten den Festtag mit einem Tanz rund um den Domnapf. Dazu erklang Livemusik von Christoph Krzeslack (Saxophon) und Martin Scheubert (Trompete).
50 Jahre gemeinsam durchs Leben
Ihre Goldene Hochzeit, und damit den 50. Jahrestag ihrer Ehe, feierten am Samstag im Dom Hildegard und Gottfried Jung. Im Interview erzählen Sie von ihrem gemeinsamen Weg.
Was ist Ihre Geheimzutat für eine lange, glückliche Ehe?
Hildegard Jung: Ach, so geheim ist die gar nicht. Ich denke, es ist wichtig, dass man sehr viel zusammen macht, aber dass auch jeder noch eigenständig ist und seinen eigenen Bereich hat. Dann hat man sich auch wieder viel zu erzählen, und das ist auch schön.
Gottfried Jung: Ich finde es wichtig, dass man gemeinsam in eine Richtung schaut. Und wenn das mal nicht klappt, dass man sich verständigen kann auf Augenhöhe, dass man gemeinsame Lösungen sucht, und dann geht’s wieder in derselben Blickrichtung weiter.
Was hilft Ihnen in Krisenzeiten wieder zueinander zu finden?
Gottfried Jung: Einfach runterkommen, einen Moment abschalten, und dann geht es auch wieder weiter.
Hildegard Jung: Nicht nachtragend sein, runterschlucken und denken: Ok, wir probieren es weiter.
Was ist ihr Tipp an v.a. junge Ehepaare?
Hildegard Jung: Ich würde sagen, immer wieder durchhalten. Eine Ehe ist nicht immer nur der 7. Himmel, man ist oft auch auf der Erde – es gibt Täler, es gibt Höhen. Es gilt, diese Täler gemeinsam zu durchschreiten, Durchhaltevermögen zu zeigen und nicht zu schnell aufzugeben.
Gottfried Jung: Sich akzeptieren und sich vertrauen, ich glaube, das ist ganz wichtig.
Die Predigt von Weihbischof em. Otto Georgens steht hier zum Download zur Verfügung.
Fotos von beiden Veranstaltungstagen stehen unter folgendem Link zum Download zur Verfügung:
https://magentacloud.de/s/sTowSX7xZcELooQ







